Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Aktuelle Lehrveranstaltungen

Lehrstuhl Prof. Dr. Klaus H. Goetz - Lehrplan Sommersemester 2021 

Vorlesung: Vergleichende Politikwissenschaft

Vergleichende Politikwissenschaft

Prof. Dr. Klaus H. Goetz

Di. 12:00 bis 14:00 c.t.

Die Vorlesung führt in die zentralen Grundlagen, Konzepte, Methoden und Datenquellen der Vergleichenden Politikwissenschaft ein. Hierbei stehen die Beschreibungen von Staaten, die Einteilung von Staaten in Regimetypen, sowie die verschiedenen Partizipationsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger in nicht-demokratischen und demokratischen Staaten im Vordergrund. Ein Fokus liegt dabei insbesondere auf der institutionellen Organisation von Staaten (polity) und den politischen Aushandlungsprozessen (politics).

Literatur

Caramani, Daniele (Hrsg.) (2020): Comparative Politics. Oxford: Oxford University Press (5. Aufl.) ZUR ANSCHAFFUNG EMPFOHLEN.

Clark, William Roberts, Matt Golder und Sona N. Golder (2018): Principles of Comparative Politics. Los Angeles: CQ Press (3. Aufl.)

Lauth, Hans-Joachim, Marianne Kneuer und Gert Pickel (Hrsg.) (2014): Handbuch Vergleichende Politikwissenschaft. Wiesbaden: Springer VS

Merkel, Wolfgang (2010) Systemtransformation, Wiesbaden: VS (2. überarbeitete und erweiterte Auflage)

Newton, Kenneth und Jan W. van Deth (2021): Foundations of Comparative Politics. Democracies of the Modern World. Cambridge: Cambridge University Press (4. Aufl.)

Übungen: Vergleichende Politikwissenschaft

Prof. Dr. Martin Gross

Mo. 16:00 bis 18:00 c.t.

Kommunalpolitik wird oft als „Schule der Demokratie“ bezeichnet. Bürgerinnen und Bürger kommen unmittelbar mit politischen Prozessen in Kontakt und üben demokratische Verfahren ein. Umso erstaunlicher ist es, dass die Kommunalpolitik in Deutschland eine weithin vergessene Ebene politikwissenschaftlicher Forschung darstellt. Deshalb dient die Übung der Entwicklung theoretischer und empirischer Perspektiven auf die deutsche Kommunalpolitik im Vergleich zu anderen Ländern der OECD-Welt. Der Fokus der Übung liegt dabei auf den politischen Institutionen kommunaler Politikgestaltung sowie den lokalen Entscheidungsprozessen. Hierzu werden auch theoretische Konzepte der Vergleichenden Politikwissenschaft diskutiert und auf ihre Übertragbarkeit auf die kommunale Ebene hin analysiert. Ziel der Übung ist es, dass die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die vergleichende Kommunalpolitikforschung bekommen.

 

Prof. Dr. Martin Gross

Mo. 12:00 bis 14:00 c.t.

Diese Übung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen der Regierungsbildung und des Regierungshandelns in modernen Demokratien. Zunächst werden die verschiedenen Theorien zur Regierungsbildung mit ihren Stärken und Schwächen behandelt. Anschließend nimmt die Übung unterschiedliche Erklärungsansätze zur Dauer und Komplexität von Regierungsbildungen in den Blick. Drittens wird das Regieren in Koalitionen mit dem Regieren in Einparteien- und Minderheitsregierungen verglichen. Viertens wird der Frage nachgegangen, wie Regierungsparteien Ministerien aufteilen und wie Koalitionsvereinbarungen ausgestaltet werden. Abschließend wird auf die Faktoren eingegangen, die zur (vorzeitigen) Beendigung von Regierungen führen können. Im Mittelpunkt der Übung stehen sowohl theoretische als auch empirische Arbeiten zu den einzelnen Aspekten des Regierens in modernen Demokratien. Hierbei werden sowohl west- und osteuropäische als auch afrikanische und lateinamerikanische Demokratien in den Blick genommen. Ziel der Übung ist es, dass die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die Facetten der Regierungsbildung und des Regierungshandelns in modernen Demokratien bekommen.

 

Dr. Tanja Zinterer

Do. 10:00 bis 12:00 c.t.

Die Frage, ob das Regierungssystem eines Landes auch Auswirkungen auf den politischen Prozess hat, ist eine der ältesten in der Politikwissenschaft. Derzeit üblich ist die Unterscheidung von demokratischen Regierungssystemen in präsidentiell und parlamentarisch (Steffani); mit einem unterschiedlich bezeichneten „Graubereich“ dazwischen (semipräsidentiell bzw. präsidentiell-parlamentarisch oder premier-präsidentiell). In der Übung beschäftigen wir uns zunächst mit den unterschiedlichen Typologien sowie den theoretischen Ansätzen über die Wirkung von Regierungssystemen. Im Anschluss werden wir unterschiedliche Regierungssysteme in benachbarten, kulturell ähnlichen Demokratien miteinander vergleichen, etwa Spanien mit Frankreich, die USA mit Kanada und Japan mit Südkorea. Zur Einschätzung ihrer Wirkung werden wir uns dabei auch verschiedener Demokratie-Indizes bedienen, die Sie in der Vorlesung kennenlernen. Ziel der Übung ist es, theoretische Ansätze und Typologien auch auf eher unbekannte politische Systeme anzuwenden.

 

Dr. Tanja Zinterer

Di. 14:00 bis 16:00 c.t.

In letzter Zeit sind ungewöhnlich viele Länder in Regierungs- und Verfassungskrisen geraten, weil aufgrund der Wahlergebnisse keine Koalitionen zustande kamen oder diese instabil waren. In der Übung werden wir den Gründen dafür systematisch und theoriebasiert nachgehen: Liegt es an den sich ausdifferenzierenden Parteiensystemen? An der erhöhten Segregation der Parteien zueinander? Am Regierungs- bzw. Wahlsystem? Oder an neuen Konfliktlinien, welche die Gesellschaft spalten? Anhand von Fallbeispielen wie etwa Italien, Spanien, Österreich und Israel, werden wir diese Fragen zu beantworten suchen.

 

Dr. Yee Wong and Ryan Wong

Mo. 12:00 bis 14:00 c.t.

Modern state building can follow vastly different paths with consequences that become particularly obvious during crises. In the midst of a global pandemic and recession, government responses are limited or facilitated by the federalist structure of country. This course examines the inter-governmental dynamics in terms of its structural features, historical roots, temporal influence, democratic underpinnings, executive power, societal implications, and constitutional reforms. Case studies of crises will help illustrate the ambivalence and complexity of federalism. Such illustration will equip students with critical thinking against binary examination and simple models. Students are expected to complete the prescribed readings and participate in group discussions.


Dr. Yee Wong and Ryan Wong

Mi. 14:00 bis 16:00 c.t.

Political executives have been the focus of academic and media analyses worldwide and throughout history. The wielding and constraint of their power could make or break a political system. Placing the executive institution and its master at the centre of study, this course will explore their relationships with the public bureaucracy, performance management, clemency decisions, public law, female representation, information asymmetry, parliamentary confidence, budgetary process, cabinet formation, and private corporate. A comparative perspective will highlight the strengths and weaknesses of the executive branch between presidential and parliamentary systems, and between democratic and authoritarian regimes. Students are expected to complete prescribed readings and participate in weekly discussions.


Sebastian Block and Jan Velimsky

Mo. 14:00 bis 16:00 c.t.

Repräsentation und Partizipation sind die Grundpfeiler moderner Demokratien. Sie ermöglichen, dass sich das Volk selbstregiert, indem die Bürgerinnen und Bürger ihre Abgeordneten in Wahlen direkt bestimmen (Brito Vieira 2017; Urbinati 2006). Bürgerinnen und Bürger wählen Repräsentanten aus, die ihre Interessen im politischen Prozess einbringen und vertreten. Die Repräsentanten beschäftigen sich anschließend mit der konkreten Umsetzung der Belange ihrer Konstituenten. Ohne Repräsentation wären Demokratien in den heutigen Nationalstaaten mit vielen Einwohnern kaum vorstellbar, da der politische Prozess mit seiner Vielzahl von Politikfeldern sehr komplex ist und somit seitens der Akteure Spezialwissen und Vollzeit-Engagement bedarf.
Bei der Wahl ihrer Repräsentanten beteiligen sich verschiedene soziale Schichten unterschiedlich stark. Gruppen mit hoher sozial-struktureller Ressourcenausstattung partizipieren stärker an Wahlen und anderen Formen politischer Beteiligung als Gruppen mit einer geringen sozial-strukturellen Ressourcenausstattung. Diese ungleiche Beteiligung unterschiedlicher sozialer Schichten geht mit einer geringeren Repräsentation bestimmter gesellschaftlicher Gruppen im politischen Entscheidungsprozess einher (vgl. Elsässer et al. 2016; Peters und Ensink 2015; Gilens 2005). Nicht zuletzt deshalb erlebt die repräsentative Demokratie in vielen Ländern in den letzten Jahren ein immer größer werdendes Legitimationsdefizit. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von den politischen Eliten vernachlässigt, unterrepräsentiert oder sogar überhaupt nicht repräsentiert (Kronenberg & Horneber 2019). Mit der Folge, dass sie sich wiederum weniger politisch beteiligen. Somit droht „[…] ein sich verstärkender Teufelskreis aus ungleicher Beteiligung und ungleicher Responsivität, bei dem sozial benachteiligte Gruppen merken, dass ihre Anliegen kein Gehör finden und sich deshalb von der Politik abwenden – die sich in der Folge noch stärker an den Interessen der Bessergestellten orientiert“ (Elsässer et al. 2016: 42).
Ziel dieses Seminars ist es zunächst die theoretischen Grundlagen über die Konzepte Repräsentation und Partizipation zu vermitteln und anschließend anhand vergleichender empirischer Studien zu erkunden inwiefern institutionell verschiedene politischen Systemen Unterschiede bezüglich Repräsentation und Partizipation erklären. Ein Fokus liegt dabei auf dem Link zwischen ungleicher Beteiligung und ungleicher Repräsentation.

 

Prof. Dr. Dan Korn

Fr. 12:00 bis 17:00 c.t. am 28.05.2021
Sa. 10:00 bis 15:00 c.t. am 29.05.2021
Fr. 12:00 bis 17:00 c.t. am 04.06.2021
Sa. 10:00 bis 15:00 c.t. am 05.06.2021

As a modern, democratic state, the Israeli political system is, in many ways, comparable, to other democracies. Throughout the course we'll analyze Israel's political institutions - parliament, government and the judiciary - and make comparisons to similar institutions in European countries like Germany, Britain, France, Romania and other EU member states. We'll discuss elections and voting, political parties and coalition politics in Israel and examine similarities and differences to other democracies.

 

Seminare

Prof. Dr. Klaus H. Goetz

Mo. 14:00 bis 16:00 c.t.

This course provides an introduction to the European Union, understood as a multi-level system encompassing both the EU institutions established by the treaties and the member-states. The course focuses on central concepts, theories and empirical knowledge relevant to understanding the EU, with a particular focus on the question of what kind of political power lies where and with whom in the EU system. From such a power-centric perspective, the course analyses integration and disintegration; the EU political system; and Europeanisation.

Prof. Dr. Martin Gross

Di. 16:00 bis 18:00 c.t.

The goal of the seminar is to comparatively research different varieties of local politics in multi-level systems across the globe. Starting with the observation of a wave of local government reforms in the last two decades in Europe, we will first study and analyse the institutional setting, the policy-making process, and the party competition at the local level in various European democracies. Subsequently, we will discuss the impact of different degrees of decentralisation on the behaviour of parties and their representatives in multi-level political systems. Finally, we will broaden our view to investigate how local politics works in other parts of the world, e.g., the US, Asia, and Latin America. The seminar will combine a theoretical and empirical perspective on local politics in multi-level systems and problematizes the success or failure of the reforms made in the last decades.

 

Prof. Dr. Martin Gross

Di. 10:00 bis 12:00 c.t.

Die Regionalpolitik der Europäischen Union (auch als EU-Kohäsionspolitik bekannt) ist eines der zentralen Elemente der politischen und ökonomischen Strategie der EU, die Identifikation der Bürger*innen mit der EU zu fördern. Die EU-Regionalpolitik zielt dabei darauf ab, einzelne Regionen und Städte innerhalb der EU finanziell zu fördern, um den allgemeinen Lebensstandard der EU-Bevölkerung zu erhöhen. Hierfür wendet die EU knapp ein Drittel ihres gesamten Budgets auf. In diesem Seminar stehen deshalb die Grundzüge der EU-Regionalpolitik und ihre wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen im Zentrum. Dabei wird auf die politischen Institutionen (polity), die politischen Inhalte (policy) und die politischen Prozesse (politics) der EU-Regionalpolitik im europäischen Mehrebenensystem eingegangen werden. Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die Facetten der EU-Regionalpolitik bekommen.

 

Prof. Dr. Klaus H. Goetz

 

Dr. Tanja Zinterer

 

Einzeltermine im LSF zu finden

Dr. Tanja Zinterer

 Einzeltermine im LSF zu finden

 


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