Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Demokratie und Diktatur im Geschichts- und Politikunterricht. Didaktische Zugänge politischer Bildung für das Gymnasium.

Dozent(en) Michael Morasch
Zeit und Ort Mi 16-18 Uhr c.t., Oettingenstr. 67, HS

Das 20. Jahrhundert als „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm) war ganz zentral von der Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Diktatur geprägt: Große Hoffnungen in einen liberaldemokratischen Staat ab 1918/19, Zusammenbruch der Weimarer Republik, Entstehung von Faschismus und Nationalsozialismus, „Rassenkrieg“ und Vernichtungsfeldzug im Osten, Untergang des nationalsozialistischen Deutschlands, Kalter Krieg zwischen freiheitlich-demokratischem Westen und kommunistischem Osten, Zerfall des Ostblocks und Aufbau demokratischer Strukturen. Ein „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama) also? Heute, zwanzig Jahre nach der Jahrtausendwende, scheint sich dieses „Ringen“ zwischen Demokratie und Diktatur fortzusetzen: Russland hat den Weg zur liberalen Demokratie nicht geschafft, China scheint sich auf einen neuen Totalitarismus hinzubewegen, Osteuropa steht mehr und mehr im Bann rechtspopulistischer „Demokratieverächter“ und auch in Deutschland verzeichnet die AfD als rechtspopulistische Kraft große Zugewinne besonders im Osten. Die Erosion von Kategorien wie Wahrheit und Erkenntnis führt zu Fake News und „alternativen Fakten“, die die westlichen Demokratien auch von innen bedrohen und – etwa in Person Donald Trumps – protofaschistische Staats- und Regierungsvorstellungen befeuern. Auf der anderen Seite bieten Krisen immer auch Chancen zur Weiterentwicklung: Mehr Demokratie durch das Internet? Humanisierung der Schule durch mehr Partizipation der Schüler:innen? „Konstruktiver Journalismus“ als lösungsorientierter Denkmotor? Etc. Im Seminar wollen wir uns diesem überaus komplexen und umfangreichen Thema anhand sinnvoller Leitfragen widmen – stets unter didaktischer, möglichst fächerübergreifender, Perspektive. Die Interessensgebiete der Seminarteilnehmer:innen sollen hier einen hohen Stellenwert einnehmen, was aber auch – umgekehrt – ein gewisses Engagement nach sich ziehen sollte. Ein Schwerpunkt des Seminars soll außerdem die Kompetenzorientierung sein, die letztlich immer vor den konkreten Inhalten stehen muss. In einem kurzen einleitenden Exkurs wollen wir uns in diesem Zusammenhang die Frage stellen, welche lernpsychologischen und neurobiologischen Grundlagen für ein erfolgreiches Lernen bzw. einen erfolgreichen Kompetenzaufbau überhaupt gegeben sein müssen. Ein kritischer Blick auf das deutsche Schulsystem folgt daraus.

Literatur wird in der ersten Seminarsitzung bekanntgegeben.

https://lsf.verwaltung.uni-muenchen.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=806015&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung


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