Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Nachruf auf Hans Maier

Das Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft trauert um PROF. DR. DR. H.C. MULT. HANS MAIER.

08.06.2026

* 18. Juni 1931 – † 8. Juni 2026

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Hans Maier, der am 8. Juni 2026 im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert das Geschwister-Scholl-Institut eine der prägenden Persönlichkeiten seiner Geschichte und die deutsche Politikwissenschaft einen ihrer bedeutendsten Vertreter.

Hans Maier wurde 1962 auf den zweiten Lehrstuhl für Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen. In einer entscheidenden Phase des Aufbaus der Politikwissenschaft in Deutschland wirkte er maßgeblich an der institutionellen und intellektuellen Entwicklung des Münchner Instituts für Politische Wissenschaft mit, aus dem später das Geschwister-Scholl-Institut hervorging. Seit 1964 entwickelte er Pläne für den Ausbau Münchens zu einem Zentrum politikwissenschaftlicher Forschung und Lehre und prägte damit die weitere Entwicklung des Instituts nachhaltig.

Als Schüler Arnold Bergstraessers brachte Hans Maier die Tradition der Freiburger Politikwissenschaft nach München. Seine Arbeiten zur politischen Ideengeschichte, zur Geschichte des politischen Denkens sowie zu den geistigen und kulturellen Grundlagen politischer Ordnung verbanden historische Tiefenschärfe mit einer breiten interdisziplinären Perspektive. Er gehörte zu jener Generation von Wissenschaftlern, die die Politikwissenschaft in der Bundesrepublik nach 1945 entscheidend aufgebaut und profiliert haben.

Über Jahrzehnte hinweg prägte Hans Maier Generationen von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern. Seine Lehrveranstaltungen eröffneten den Blick auf die großen Traditionen politischen Denkens ebenso wie auf die Herausforderungen moderner Demokratien. Wissenschaft verstand er nie als bloße Spezialisierung, sondern stets als Beitrag zur Orientierung in politischen und gesellschaftlichen Fragen. Viele seiner Schülerinnen und Schüler haben diese Haltung in Wissenschaft, Politik und öffentlichem Leben weitergetragen.

Auch während seiner langen Amtszeit als Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus blieb die Verbindung von wissenschaftlicher Reflexion und politischer Verantwortung kennzeichnend für sein Wirken.
Nach seiner Rückkehr an die LMU widmete er sich auf dem Guardini-Lehrstuhl insbesondere dem Verhältnis von Politik, Religion und Kultur und setzte damit neue Akzente in Forschung und öffentlicher Debatte.

Dem Geschwister-Scholl-Institut blieb Hans Maier stets eng verbunden.
Sein wissenschaftliches Werk, seine Lehrtätigkeit und sein Einsatz für die Politikwissenschaft haben das Institut nachhaltig geprägt. Wir bewahren ihm ein ehrendes Andenken.

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