Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Ausgewählte Problemstellunen bei Bioethik und Biopolitik

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„Betrachten wir (...) den Menschen im freien Geist der Naturgeschichte als wären wir Zoologen von einem anderen Planeten, die einen Katalog der sozialen Arten auf der Erde vervollständigen möchten. In dieser makroskopischen Sichtweise schrumpfen die Geistes- und Sozialwissenschaften zu bloßen Zweigen der Biologie, die Geschichte, Biographien und die Literatur sind die Forschungsprotokolle der Humanethologie, und Anthropologie und Soziologie bilden zusammen die Soziobiologie einer Primatenart (...)“

Gemäß dieser Äußerung des Soziobiologen E.Wilson, ebenso wie im Lichte der neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung, erscheinen Fragen zu Grenzen und Formen der Anwendung moderner Medizintechnik, Fragen zu Beginn und Ende des menschlichen Lebens als ethisch unproblematische Problemlagen, die mit Hilfe neuester naturwissenschaftlicher Erkenntnisse kompetent zu beantworten wären. Im Gegensatz dazu stehen im Seminar zur Biopolitik u.a. gesetzliche Regelungen zu Sterbehilfe, zur Zulässigkeit von Experimenten mit embryonalen Stammzellen, die Sorge um aktuelle demographische Entwicklungen, kritische Fragen zur Gesundheitspolitik und auch grundlegend zur kulturellen Perspektive auf Behinderung, Geschlecht, Schönheit oder Alter in der modernen Gesellschaft im Zentrum ethischer Analyse und politischer Diskussion. Unter der Maßgabe des menschenwürdigen Umgangs mit unserem Leben und unseren Mitmenschen, die gemeinsam näher zu bestimmen ist, greifen Positionen angewandter Ethik und politikwissenschaftlicher Analyse ineinander, um aktuelle Stellungnahmen zu begründen.

Literatur: Jennings, Bruce „Liberale Autonomie und bürgerliche Interdependenz. Politische Kontexte Angewandter Ethik“ S. 51ff in: Kettner, Matthias „Angewandte Ethik als Politikum“ Frankfurt a.M. 2000; „Ethik in der Medizin. Ein Reader“ (Reclam) Stuttgart 2002; Von Stingelin, H. (ed.) „Biopolitik und Rassismus“ Frankfurt a.M. 2003.

 


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