Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich
Dr. Sebastian Schindler

Dr. Sebastian Schindler

Akademischer Rat auf Zeit

Aufgabengebiet

Sebastian Schindler ist Akademischer Rat auf Zeit am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU München. Seine Forschungsinteressen sind Theorien der Internationalen Beziehungen, internationale Organisationen, Theorien der Praxis und kritische Theorien. Die Schwerpunkte seiner Forschung liegen auf der Beziehung zwischen Theorie und Praxis und dem Problem der „post-faktischen“ Politik. Im Sommersemester 2020 ist er „Researcher in Residence“ am „Center for Advanced Studies” der LMU.

Kontakt

Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft
Lehrstuhl für Global Governance
Oettingenstr. 67
80538 München

Raum: H102
Telefon: 08921809053

Sprechstunde:
Während des Wintersemesters (Vorlesungszeit) 2019/20:
Dienstags 14-15 Uhr

Weitere Informationen

Sebastian Schindler hat Politikwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Soziologie in München, Paris und Minneapolis studiert und wurde an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit zur Beziehung zwischen Erklärung und Anschuldigung promoviert. Er hat 2014 den Northedge Essay-Wettbewerb der Zeitschrift Millennium gewonnen und in führenden politikwissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, darunter International Studies Quarterly, International Theory und die Politische Vierteljahresschrift. Er ist Autor von Clausewitz zur Einführung (Hamburg: Junius, im Erscheinen) und Mit-Herausgeber des Sonderbandes Rethinking Agency in International Relations (Journal of International Relations and Development, 2019) und des Sammelbandes Theory as Ideology in International Relations (London: Routledge, im Erscheinen). Ein Artikel zur Aufgabe von Kritik in Zeiten der post-faktischen Politik wurde vom Review of International Studies zur Veröffentlichung angenommen.


Vor seiner Anstellung an der LMU München hat Sebastian Schindler als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ an der Universität Frankfurt und an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung gearbeitet. Von 2016 bis 2018 war er Sprecher der Nachwuchsgruppe „Internationale Beziehungen“ in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW). Er war Gastforscher an den Universitäten Sussex (England), Groningen (Niederlande) und Minnesota (USA) und am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB). Er hat als Praktikant beim Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in Swasiland, in der französischen Nationalversammlung und bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Welternährungsorganisationen in Rom gearbeitet. Während seiner Studienzeit hat er als Untergeneralsekretär im Organisationsteam des National Model United Nations (NMUN)-Projektes in New York mitgearbeitet und war Redaktionsassistent der Zeitschrift für Internationale Beziehungen.


Forschung


In seinem Habilitationsprojekt setzt sich Sebastian Schindler mit der Aufgabe von Kritik in Zeiten der post-faktischen Politik auseinander. Heute ist eine bestimmte Form von pseudo-kritischem Denken weitverbreitet, das hinter Wahrheitsansprüchen und Faktenbehauptungen nur Macht und Interessen vermutet. Ein angemessenes Verständnis dieses Phänomens kann uns dabei helfen, Antworten auf drei allgemeinere Fragen zu finden, nämlich: (1) Worin besteht die gegenwärtige Krise der Politik? (2) Warum ist sie entstanden? und (3) Wie sollte man auf sie antworten? Es ist gut möglich, dass post-faktische Politik nicht so sehr ein Ergebnis sozialer Medien, postmoderner Theorie oder spezifischer wirtschaftlicher oder politischer Interessen ist, sondern stattdessen eines tiefergehenden Verlusts der politischen Erfahrung des gemeinsamen Handelns in einer Zeit des entfesselten Wettbewerbs.

Publikationen