Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Jan A. Velimsky, M.A.

Jan A. Velimsky, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Aufgabengebiet

Politische Systeme und Europäische Integration

Kontakt

Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft
Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Integration
Oettingenstrasse 67
80538 München

Raum: U174
Telefon: +49 (0) 89 / 2180-9088
Fax: +49 (0) 89 / 2180-13524

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Arbeitsgruppe

DFG-Projekt Dr. Martin Gross "Repräsentation und Ungleichheit in der kommunalen Politik"

 

Nicht zuletzt durch Entscheidungen über Infrastruktur- und Stadtentwicklungsmaßnahmen hat kommunale Politik weitreichende Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben und die Lebensqualität der lokalen Wohnbevölkerung. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wessen Interessen in der kommunalen Politik berücksichtigt werden. Das Projekt nimmt diese Frage zum Anlass, um sich mit Mustern und Determinanten der substantiellen Repräsentation in den deutschen Großstädten zu beschäftigen. Dabei ist der Grundgedanke, dass sich in Städten häufig soziostrukturell homogene Viertel herausbilden, die Repräsentation der Stadtbevölkerung also mit der Repräsentation gesellschaftlicher Schichten zusammenfällt. Entsprechend bedeutsam sind Erkenntnisse darüber, welche Stadtteilinteressen im kommunalpolitischen Geschehen berücksichtigt werden, ob es nennenswerte Ungleichgewichte in den Mustern kommunaler Repräsentation gibt und wie mögliche Ungleichheiten erklärt werden können. Zur Untersuchung der kommunalen Repräsentationsmuster werden Daten aus den Stadträten von 75 Großstädten in den 13 deutschen Flächenbundesländern plus Bremerhaven mittels automatischer und manueller Textanalyse ausgewertet. Dabei berücksichtigt das Projekt drei Ebenen der kommunalpolitischen Repräsentation. Erstens wird eine systemische Perspektive eingenommen, welche die Beratungen der Stadträte anhand der Sitzungsniederschriften in den Blick nimmt. Zweitens wird eine parteipolitische Perspektive durch Auswertung der kommunalen Wahlprogramme und Koalitionsvereinbarungen berücksichtigt. Drittens wird der Blick auf das individuelle Repräsentationsverhalten durch die Auswertung von Anfragen der individuellen Kommunalvertreter gelenkt. Das Projekt verfolgt drei Ziele. Das deskriptive Projektziel ist die systematische Beschreibung der Muster substantieller Repräsentation auf der kommunalen Ebene. Das analytische Projektziel dient der Erklärung von Missverhältnissen in der Repräsentationsleistung kommunaler Politik. Dabei werden die kleinräumige Wahlbeteiligung, das kleinräumige Wahlverhalten, die Merkmale des kommunalen Wahlsystems, sowie der lokale Parteienwettbewerbs berücksichtigt. Das präskriptive Projektziel schließlich zielt darauf ab, die Projekterkenntnisse vor allem mit Blick auf das kommunale Wahlrecht zu synthetisieren und Empfehlungen für die Reform der kommunalpolitischen Institutionen auszusprechen. Im Zentrum steht dabei die Frage, welches kommunale Institutionengefüge und welche Kontextbedingungen besonders egalitäre Repräsentationsmuster zur Folge haben.

Weitere Informationen

Vita

Seit Januar 2020 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Integration am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft. Er ist darüber hinaus seit April 2019 bei DIALOGIK (Gemeinnützige GmbH) im HORIZON 2020 geförderten EU Projekt HiDALGO (HPC and Big Data Technologies for Global Systems) tätig.

Er promoviert derzeit zu den Wünschen und Demokratiepräferenzen von Menschen in prekären Lebenslagen bei Prof. Dr. André Bächtiger (Universität Stuttgart).

Jan A. Velimsky hat Sozialwissenschaften (BA) und Empirische Politik- und Sozialforschung (MA) an der Universität Stuttgart studiert. Von 2018 bis 2019 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) an der Universität Stuttgart.

Forschungsschwerpunkte

- Soziale Selektivität von politischer Partizipation,
- Repräsentation und Ungleichheit in lokaler Politik
- Wünsche und Anforderungen von Menschen in prekären Lebenslagen an das politische System mit Fokus auf politischer Entscheidungsfindung und Partizipation.
- Informationsdiffusion und Desinformation in sozialen Netzwerken.