Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich
Dr. Martin Gross

Dr. Martin Gross

Akademischer Rat auf Lebenszeit am Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Integration

Aufgabengebiet

Politische Systeme und Europäische Integration
Parteienwettbewerb, Koalitionsbildungen und Politikinhalte in Mehrebenensystemen; Kommunalpolitik; Europäische Kohäsionspolitik; Politische Repräsentation und Responsivität; Textanalyse.

Kontakt

Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft
Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Integration
Oettingenstrasse 67
80538 München

Raum: G 106
Telefon: +49 (0) 89 / 2180-9047
Fax: +49 (0) 89 / 2180-9042

Sprechstunde:
Vorlesungsfreie Zeit: Termin nach Vereinbarung per E-Mail.

Arbeitsgruppe

DFG-Projekt "Repräsentation und Ungleichheit in der kommunalen Politik"

Nicht zuletzt durch Entscheidungen über Infrastruktur- und Stadtentwicklungsmaßnahmen hat kommunale Politik weitreichende Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben und die Lebensqualität der lokalen Wohnbevölkerung. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wessen Interessen in der kommunalen Politik berücksichtigt werden. Das Projekt nimmt diese Frage zum Anlass, um sich mit Mustern und Determinanten der substantiellen Repräsentation in den deutschen Großstädten zu beschäftigen. Dabei ist der Grundgedanke, dass sich in Städten häufig soziostrukturell homogene Viertel herausbilden, die Repräsentation der Stadtbevölkerung also mit der Repräsentation gesellschaftlicher Schichten zusammenfällt. Entsprechend bedeutsam sind Erkenntnisse darüber, welche Stadtteilinteressen im kommunalpolitischen Geschehen berücksichtigt werden, ob es nennenswerte Ungleichgewichte in den Mustern kommunaler Repräsentation gibt und wie mögliche Ungleichheiten erklärt werden können. Zur Untersuchung der kommunalen Repräsentationsmuster werden Daten aus den Stadträten von 75 Großstädten in den 13 deutschen Flächenbundesländern plus Bremerhaven mittels automatischer und manueller Textanalyse ausgewertet. Dabei berücksichtigt das Projekt drei Ebenen der kommunalpolitischen Repräsentation. Erstens wird eine systemische Perspektive eingenommen, welche die Beratungen der Stadträte anhand der Sitzungsniederschriften in den Blick nimmt. Zweitens wird eine parteipolitische Perspektive durch Auswertung der kommunalen Wahlprogramme und Koalitionsvereinbarungen berücksichtigt. Drittens wird der Blick auf das individuelle Repräsentationsverhalten durch die Auswertung von Anfragen der individuellen Kommunalvertreter gelenkt. Das Projekt verfolgt drei Ziele. Das deskriptive Projektziel ist die systematische Beschreibung der Muster substantieller Repräsentation auf der kommunalen Ebene. Das analytische Projektziel dient der Erklärung von Missverhältnissen in der Repräsentationsleistung kommunaler Politik. Dabei werden die kleinräumige Wahlbeteiligung, das kleinräumige Wahlverhalten, die Merkmale des kommunalen Wahlsystems, sowie der lokale Parteienwettbewerbs berücksichtigt. Das präskriptive Projektziel schließlich zielt darauf ab, die Projekterkenntnisse vor allem mit Blick auf das kommunale Wahlrecht zu synthetisieren und Empfehlungen für die Reform der kommunalpolitischen Institutionen auszusprechen. Im Zentrum steht dabei die Frage, welches kommunale Institutionengefüge und welche Kontextbedingungen besonders egalitäre Repräsentationsmuster zur Folge haben.

Weitere Informationen

Webseite: www.gross-martin.de

Vita

Dr. Martin Gross hat Politik- und Verwaltungswissenschaft (Bachelor of Arts) an der Universität Konstanz sowie Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts (Master of Arts) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert. Von 2009 bis 2012 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter an der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena, sowie Stipendiat der Jenaer Graduierten-Akademie (2011-2012). Von September 2012 bis Februar 2016 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim tätig. 2015 bis 2016 arbeitete er darüber hinaus im DFG-Forschungsprojekt „Where Is My Party? Determinants of Voter Agreement about the Ideological Positions of Political Parties“ am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES). Von März 2016 bis September 2017 war er als Projektmitarbeiter im EU-geförderten Horizont 2020-Projekt „COHESIFY: The Impact of EU Cohesion Policy on European Identification“ am MZES tätig, bevor er im Oktober 2017 eine Stelle als akademischer Rat am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität in München antrat. Seine Dissertation mit dem Titel „Koalitionsbildungsprozesse auf kommunaler Ebene: Schwarz-Grün in deutschen Großstädten“ wurde 2016 bei Springer VS veröffentlicht und mit dem Promotionspreis 2016 des Fördervereins des Instituts für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena e. V. ausgezeichnet. Zusammen mit Dr. Michael Jankowski leitet er das “Local Manifesto Project (LMP)”. Diese App stellt eine neue Quelle zur Analyse lokalen Parteienwettbewerbs dar, indem sie Forschern die Möglichkeit gibt, verschiedene Verfahren der Textskalierung und Topic-Modelle direkt in der App anzuwenden. Weitere Informationen zum “Local Manifesto Project (LMP)” finden sich hier.

Forschungsschwerpunkte: Parteienwettbewerb, Koalitionsbildungen und Politikinhalte in Mehrebenensystemen; Kommunalpolitik; Europäische Kohäsionspolitik; Politische Repräsentation und Responsivität; Textanalyse.

Lehre

Wintersemester 2019/20:

Sommersemester 2019:

Wintersemester 2018/19:

Sommersemester 2018:

Wintersemester 2017/18: