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Aktuelle Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2022/23
LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaft
Vorlesung
(Studium generale, Seniorenstudium, Gender-Studies)
Recht und Ausnahmezustand bei Benjamin, Schmitt, Derrida
Dienstag 18st-19.30h 2std.; Beginn: 18.04.2023, Raum A 120 Geschwister-Scholl-Platz 1
Aus dem jüdischen Denken heraus entwickelt Walter Benjamin ein Verständnis reiner gewaltloser Gewalt, die vorstaatlichen Charakter hat und die er als göttlichen Eingriff versteht. Daran anschließend entwirft Benjamin eine Wirkungsgeschichte der proletarischen Revolution. Schmitt bringt das auf seine berühmte Idee vom Ausnahmezustand, der für das Recht eine ähnliche Funktion hat wie das Wunder in der Theologie. Ob göttliche Gewalt oder Ausnahmezustand, es handelt sich um eine anomische Struktur, in der das Recht aufgehoben ist. Für Derrida dekonstruieren beide damit die Bedeutung des Rechts und betonen die Gewalt als Grundlage jeder Staatlichkeit. Agamben führt vor, dass sich Schmitt täuscht, der glaubt, der Ausnahmezustand wäre an den Rechtszustand rückgekoppelt. Für Agamben dagegen handelt es sich um einen Raum ohne Recht; denn ein aufgehobenes Recht hat nun mal keine Wirkung mehr.
Literatur: Walter Benjamin, Zur Kritik der Gewalt (1921); Carl Schmitt, Politische Theologie (1922); Jacques Derrida, Gesetzeskraft – Der ‚mystische Grund der Autorität‘ (1990); Giorgio Agamben, Ausnahmezustand (2003); Schönherr-Mann, Dekonstruktion als Gerechtigkeit – Jacques Derridas Staatsverständnis und politische Philosophie (2019)