Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Prof. Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann

Prof. Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann

Professor für politische Philosophie

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Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft
Zentralsekretariat
Tel. 089 – 2180-9010
Fax 089 – 2180-9012
Oettingen Str. 67
80538 München

Telefon: 0171-4912592

Sprechstunde:
Sprechstunden nach Vereinbarung

Weitere Informationen

Aktuelle Themenbereiche

  • Der Begriff der Involution als Politische Philosophie der Zivilgesellschaft wie der partizipatorischen Demokratie im Anschluss an Hannah Arendt, Michel Foucault, Judith Butler
  • Existentialismus
  • Bildung und Politik
  • Poststrukturalismus
Aktuelle Arbeitsprojekte
  • Involution im Kontext der politischen Philosophie – Zur Geburt der Zivilgesell-schaft aus dem Geist von 1968; erscheint 2018
  • Michel Foucault als politischer Philosoph; erscheint im Herbst 2018 in der Innsbruck University Press
  • Verteidigung Europas gegen Diskriminierung – Involution als Eros und Ethos der Zivilgesellschaft, erscheint 2018/19
  • Jacques Derrida als politischer Philosoph; erscheint im Herbst 2019 in der Reihe Staatsdenker im Nomos Verlag

 

Weitere Informationen:

Wissenschaftliches Symposion

veranstaltet von Prof. Dr. Hans-Martin Schönherr-Mann, Geschwister-Scholl-Institut, Uni München
im Rahmen des Philosophischen Rau(s)chsalons
zum Thema:

„Was wirklich ist, das ist vernünftig.“
Der Begriff der Wirklichkeit in der politischen Philosophie

Sowohl in der Rechtsphilosophie von 1820 also auch in der Logik verbindet Hegel den Begriff der Wirklichkeit sowohl mit einem Blick in die Geschichte als auch mit der verwirklichten Gegenwart und zwar als ein Fortschrittskonzept der politischen wie der Geschichte des Rechts. In der Wesenslogik hebt die Wirklichkeit Existenz und Erscheinung auf. Längst hat sich die Auffassung verbreitet, dass die Realität eine Behauptung gerade nicht bestätigt, sondern Behauptungen, die sich bekräfti-gen lassen, entwerfen das, was man als wirklich annimmt. Wenn für Hegel die Wirklichkeit vernünftig begriffen werden muss, dann lässt sich längst unterstellen, dass an die Stelle der Vernunft die Medien getreten sind – Medien aber nicht nur im Sinne von Massenmedien, sondern in einem weiteren zu dem auch Schrift und Sprache gehören. Dann müsste man den Satz Hegels umformulieren: Was wirklich ist, das ist medial – ein Gedanke, der sich konstruktivistisch lesen lässt. Gerade diese sprachphilosophische Dimension muss die politische Philosophie reflektie-ren, wenn sie nicht hinter das zu Denkende zurückfallen will.
Heute im Zeichen von Globalisierung, Neoliberalismus und der Wiederkehr des Nationalstaates stellt sich die Frage, was der Begriff der Wirklichkeit und damit verbunden der der Vernunft im politischen und sozialen Denken noch bedeuten kann.
Oder muss der Begriff der Wirklichkeit heute mit einem Mangel an Vernunft verknüpft werden, mit Irrationalismus, Gewalt und Wahnsinn? Sieht sich der Begriff der Wirklichkeit nicht längst mit einem weitverbreiteten Unbehagen konfrontiert? Und zwar weil Hegel recht haben könnte.
Das wissenschaftliche Symposion schließt damit an eine Reihe von Vorträgen im Philosophischen Rau(s)chsalon an, die unter dem Titel Das Unbehagen in der Realität gehalten wurden. Der Philosophische Rau(s)chsalon ist eine geschlossene Gesellschaft, die in gut 10 Jahren 58 Mal tagte.
Das Symposion steht allen Interessierten offen und wendet sich insbesondere an Lehrende und Studierende der LMU sowie der anderen Münchner Hochschulen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wer auf dem Symposion vortragen möchte, wendet sich bitte an:
hmschmann@gsi.lmu.de
Ort des Symposions: Hauptgebäude der LMU Geschwister-Scholl-Platz Raum B 206
Zeit: 13. Oktober, Beginn 14h-22h; Sonntag 14. Oktober 13h-21h
Das Symposion wird keinen festen Zeitplan haben. Nur die Reihenfolge der Vorträge wird ca. 4 Wochen vor der Tagung festgelegt und publiziert auf den Webseiten:
http://www.gsi.uni-muenchen.de/personen/aplprof_pd/schoenherr-mann/index.html
http://schönherr-mann.de/
Für die einzelnen Vorträge mit Diskussion gibt es keine Zeitbegrenzung. Die Pausen zwischen den Vorträgen werden jeweils festgelegt. Das Symposion endet am Samstag 13. Oktober spätestens um 22h. Bei Bedarf wird das Symposion am Sonn-tag 14. Oktober um 13h fortgesetzt. Ende des Symposion spätestens 21h.

Aktuelle Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018

LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN
Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft

Vorlesung
(interdisziplinär und für das Studium generale, Seniorenstudium)


Rechterhaltende, rechtsetzende und schöpferische Gewalt: Walter Benjamin: Zur Kritik der Gewalt (1921)

Montag 18.15h-20h, Professor-Huber-Platz 2 Lehrturm Raum W 201
Beginn: 9.4.2018 bis 9.7.2018

Die Vorlesung führt in Walter Benjamins „Zur Kritik der Gewalt“ ein, in dem sich Benjamin vor dem Hintergrund der Russischen Revolution und der Ereignisse in der frühen Weimarer Republik mit dem Verhältnis von Recht und Gewalt auseinandersetzt. Au fond fragt er nach der Rolle und Funktion von revolutionärer Gewalt und vergleicht sie mit der göttlichen im Alten Testament. Auf diesen Text, der 1921 im Archiv für Sozialwissenschaften er-scheint, antwortet Carl Schmitt mit seiner Schrift „Politische Theologie“ 1922. Den Ausnahmezustand vergleicht Schmitt mit dem Wunder in der Theologie. Benjamin wird dagegen die Souveränität dadurch bestimmen, dass sie den Ausnahmezustand verhindert. Jacques Derrida bezieht sich 1989 ausführlich bei seiner dekonstruktiven Rechtsphilosophie auf Benjamins „Zur Kritik der Gewalt“. Giorgio Agamben kritisiert im Anschluss an Benjamin Schmitts Bestimmung des Ausnahmezustand als selbstwidersprüchlich. Jeder Teilneh-mer sollte sich Benjamins „Zur Kritik der Gewalt“ besorgen, da die Vorlesung diesen Text detailliert analysiert.
Literatur: Walter Benjamin, Zur Kritik der Gewalt (1921); Carl Schmitt, Politische Theologie (1922), Jacques Derrida, Gesetzeskraft – Der ‚mystische Grund der Autorität‘; Giorgio Agamben, Ausnahmezustand – Homo sacer II.1 (2003); Hans-Martin Schönherr-Mann, Involution oder Revolution – Vorlesungen über Medien, ‚Bildung und Politik‘ an der Universi-tät Innsbruck 2013-17 (2017); ders., Was ist politische Philosophie (2012)

Doktorandenseminar

Noch Lektüre von Humes Traktat über die menschliche Natur; in Kürze voraussichtlich Peirce, Vorlesungen über Pragmatismus
(Interessierte sind willkommen)
Donnerstag 18.30-20h, Oettingen Str. 67, Raum 067
wird während der vorlesungsfreien Zeit fortgesetzt, 2 std.

Gastprofessor an der
LEOPOLD-FRANZENS-UNIVERSITÄT INNSBRUCK
Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung

Vorlesung
Bildung und Politik (103212)

Mittwoch 15:30-17:00 - Innrain 52, Hörsaal 5
Beginn 7.3. – 27.6.2018

Es geht zunächst darum die Geschichte des Verhältnisses zwischen Bildung und Politik seit den antiken Anfängen und speziell im 18. und 19. Jahrhundert vorzuführen. Dabei steht das Verhältnis von politischen Ordnungsvorstellungen und verschiedenen Vorstellungen von Erziehung und Bildung im Vordergrund. Natürlich werden auch die aktuellen Entwicklungen vor diesem Hintergrund diskutiert, z.B. der Bologna-Prozess und die Orientierung der Bildung an der Ausbildung zu ökonomischen Zwecken. Umgekehrt wird es darum gehen die Bedeutung der Allgemeinbildung speziell für die politische Bildung und damit für die politischen Partizipationsmöglichkeiten in demokratischen Gesellschaften vorzuführen.
Literatur:
Yair Auron, Der Schmerz des Wissens – Die Holocaust- und Genozid Problematik im Unter-richt, Lich 2005
Heinz Bude, Bildungspanik, München 2011
Amitai Etzioni, Die Entdeckung des Gemeinwesens, Frankfurt/M. 1998
Michel Foucault, Die Regierung des Selbst und der anderen, 2 Bde., Frankfurt/M. 2009
Hermann Giesecke, Didaktik der politischen Bildung, München 1976
Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, Neuwied, Berlin 1962
Oskar Negt, Der politische Mensch, Göttingen 2010
Volker Reinhardt, Aspekte der politischen Bildung nach 1945, Hamburg 2004
Wolfgang Sander, Politik in der Schule – Kleine Geschichte der politischen Bildung Marburg 2004
Hans-Martin Schönherr-Mann, Involution oder Revolution – Vorlesungen über Medien, „Bildung und Politik“ an der Universität Innsbruck 2013-17, BoD, Norderstedt 2017; Die Macht der Verantwortung, Freiburg, München 2010
Ders., Was ist politische Philosophie, Frankfurt/New York 2012