Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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DFG-Projekt zum Thema: Europawahlen und politische Konfliktstrukturierung – Eine vergleichende Analyse

Leitung: Prof. Dr. Edgar Grande und Dr. Daniela Braun

Mitarbeit: Tobias Schwarzbözl und Carolin Herrmann

Hilfskräfte: Alessa BayerleStefan BruchSebastian Schindlbeck und Franziska Spiecker,

Das Projekt untersucht den Zusammenhang zwischen der elektoralen Kopplung und der Strukturierung politischer Konflikte in Europawahlen. Es fragt, ob Europawahlen eine eigenständige strukturierende Wirkung auf politische Konflikte besitzen und ob dieser Effekt mit der Kompetenzerweiterung des Europäischen Parlaments zugenommen hat. Das Projekt basiert auf der Annahme, dass Europawahlen nur dann eine mobilisierende und legitimierende Wirkung für das politische System der EU besitzen, wenn die programmatischen Angebote politischer Parteien, ihre öffentliche Thematisierung in Wahlkämpfen und die Wählerpräferenzen eng gekoppelt sind und sich an salienten europäischen Themen orientieren. Dies setzt voraus, dass Europawahlen in der Lage sind, politische Konflikte eigenständig zu strukturieren.


Bei der empirischen Analyse der Prozesse der Strukturierung und der elektoralen Kopplung stützt sich das Projekt auf ein dynamisches Konzept der politischen Konfliktstrukturierung, das politisch-strategische Faktoren in den Mittelpunkt stellt und das Verhältnis von politischer Angebots- und Nachfrageseite als strategische Interaktion von Parteien und Wählern konzipiert. Folglich liegt der Schwerpunkt der empirischen Analyse auf den politischen Parteien, die Konflikte artikulieren und mobilisieren, den Strategien, die diese Parteien nutzen, und den politischen Kontexten (öffentliche Debatten, Wahlkämpfe), in denen sie agieren.


Das Projekt umfasst ein umfangreiches quantitativ ausgerichtetes empirisches Forschungsprogramm, das in drei Analyseschritten umgesetzt wird. Im ersten Schritt wird die Stärke der elektoralen Kopplung in Europawahlen untersucht; im zweiten Schritt wird die Strukturierung politischer Konflikte in Europawahlkämpfen und die Stärke (oder Schwäche) des Zusammenhangs zwischen der elektoralen Kopplung und der Konfliktstrukturierung analysiert; und im dritten Schritt werden Erklärungsfaktoren für die Intensität politischer Konfliktstrukturierung (insbesondere: die Stärke innerparteilicher Konflikte, die öffentliche Meinung zu Europa und die Relevanz euroskeptischer Parteien) in Europawahlen untersucht. Dabei nutzt das Projekt vier Datenbestände: (a) neue Daten zu europäischen Wahlkampfdebatten, die mit Hilfe einer kernsatzbasierten Medieninhaltsanalyse von nationalen Qualitätszeitungen erhoben werden sollen, (b) die Daten früherer Projekte zu nationalen Wahlkampf- und Integrationsdebatten, (c) die Daten des Euromanifesto-Projekts zu Europawahlprogrammen und (d) Umfragedaten zu Wählerpräferenzen und Bevölkerungseinstellungen.


Das Forschungsvorhaben ist als vergleichendes Projekt konzipiert, in dem fünf Mitgliedstaaten der EU untersucht werden sollen: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich und Schweden. Der Untersuchungszeitraum des Projekts erstreckt sich von 1994 bis 2014 und umfasst insgesamt fünf Europawahlen (1994, 1999, 2004, 2009 und 2014).

Das Projekt wird finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Im Mai 2018 fand unser erster Projekt-Workshop am WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung statt. Link: Workshop-Agenda; ausführliche Projektbeschreibung

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