Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Sommersemester 2020

Lehrstuhl Prof. Dr. Klaus H. Goetz, Lehrplan Sommersemester 2020

Vergleichende Politikwissenschaft - Vorlesung

Vergleichende Politikwissenschaft

Prof. Dr. Marting Gross

Di. 12:00 bis 14:00 c.t.

 

Vergleichende Politikwissenschaft - Übungen

Regierungsbildung in Europa

Prof. Dr. Martin Gross

Mo. 16:00 bis 18:00 c.t.

Diese Übung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen der Regierungsbildung in west- und osteuropäischen Staaten. Zunächst werden die verschiedenen Theorien zur Regierungsbildung mit ihren Stärken und Schwächen behandelt. Anschließend nimmt die Übung unterschiedliche Erklärungsansätze zur Dauer und Komplexität von Koalitionsverhandlungen in den Blick. Drittens wird das Regieren in Koalitionen mit dem Regieren in Einparteienmehrheits- und -minderheitsregierungen verglichen. Abschließend wird auf die Faktoren eingegangen, die zur (vorzeitigen) Beendigung von Regierungen führen können. Im Mittelpunkt der Übung stehen sowohl theoretische als auch empirische Arbeiten zu den einzelnen Aspekten des Regierens auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Ziel der Übung ist es, dass die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die Regierungsbildungsforschung bekommen.

Literatur
Literatur Bräuninger, Thomas/Debus, Marc (2012): Parteienwettbewerb in den deutschen Bundesländern. Wiesbaden: VS Verlag; Kropp, Sabine/Schüttemeyer, Suzanne/Sturm, Roland (Hrsg.) (2002): Koalitionen in West- und Osteuropa. Opladen: Leske + Budrich; Laver, Michael/Shepsle, Kenneth A. (1996): Making and Breaking Governments. Cambridge: Cambridge University Press; Müller, Wolfgang C./Strøm, Kaare (Hrsg.) (2000): Coalition Governments in Western Europe. Oxford: Oxford University Press; Strøm, Kaare/Müller, Wolfgang/Bergman, Torbjörn (Hrsg.) (2010): Cabinets and Coalition Bargaining: The Democratic Life Cycle in Western Europe. Oxford: Oxford University Press.

 

Parteiensysteme und Regierungsbildung im Vergleich

Dr. Tanja Zinterer

Di. 10:00 bis 12:00 c.t.

In letzter Zeit sind ungewöhnlich viele Länder in Regierungs- und Verfassungskrisen geraten, weil aufgrund der Wahlergebnisse keine Koalitionen zustande kamen oder diese instabil waren. In der Übung werden wir den Gründen dafür systematisch und theoriebasiert nachgehen: Liegt es an den sich ausdifferenzierenden Parteiensystemen? An der erhöhten Segregation der Parteien zueinander? Am Regierungs- bzw. Wahlsystem? Oder an neuen Konfliktlinien, welche die Gesellschaft spalten? Anhand von Fallbeispielen wie Italien, Spanien, Österreich und Israel, aber auch von stabilen Gegenbeispielen werden wir diese Fragen zu beantworten suchen.

Literatur
Literatur: Lorenzini, J./Hutter, S./Kriesi, P. 2016: The restructuring of the Western European Party space in the crisis: a comparative study of Austria, France and Germany, in Iglesias-Rodriguez, P./Triandafyllidou, A./Gropas, R. (Hrsg.): After the financial crisis. Shifting legal, economic and political paradigms, Palgrave-Macmillan, 241-269. Niedermayer, O. 2008: "Parteiensysteme", in: Gabriel, O./Kropp, S. (Hrsg.) Die EU-Staaten im Vergleich. Strukturen, Prozesse, Politikinhalte. Wiesbaden: Springer VS, 351-388. (Zugang über LMU-Kennung).

 

Demokratie. Lektürekurs

Dr. Tanja Zinterer

Do. 10:00 bis 12:00 c.t.

Es gibt unterschiedliche Wege, sich dem Phänomen Demokratie zu nähern. Normativ mit der Frage, ob die Demokratie die beste Regierungsform ist, oder empirisch mit den Fragen, was eine Demokratie ausmacht, welche Wirkungen sie hat, wie sie von anderen Regimen abgegrenzt werden kann und ob es verschiedene Formen von Demokratie gibt. In unserer als Lektürekurs angelegten Übung konzentrieren wir uns auf den empirischen Blickwinkel. So werden wir uns mit Schlüsselwerken der vergleichenden Politikwissenschaft beschäftigen, etwa mit „Über die Demokratie in Amerika“ von Tocqueville, einer der ersten empirischen Studien über Demokratie, oder Standardwerken der Typologisierung von Demokratie, wie von Robert A. Dahl und Ernst Fraenkel. Werke, die sich mit unterschiedlichen Formen der Demokratie auseinandergesetzt haben, etwa von Arend Lijphart oder Jane Mansbridge, sollen nicht fehlen. Zum Schluss werden wir auch kritische Studien lesen, die auf Schwachstellen der Demokratie aufmerksam machen, wie „How Democracies die“ und „Democracy for Realists.“

Literatur
Achen, Christopher H./ Bartels, Larry M. 2017: Democracy for Realists. Why Elections Do Not Produce Responsive Government, Princeton; Kailitz, Steffen (Hrsg.) 2007: Schlüsselwerke der Politikwissenschaft, Wiesbaden; Levitsky, Steven /Ziblatt, Daniel 2018: How Democracies Die. What History tells us about our Future, New York.; Tocqueville, Alexis de 1985: Über die Demokratie in Amerika, Stuttgart.

 

Trialling the Australian Westminster

Ryan Wong

Mo. 10:00 bis 12:00 c.t.

Australia stands tall as the beacon of representative democracy in the Asia Pacific region. Its political system has inherited the defining features of the Westminster System – the ‘mother of all Parliaments’. We will trial the features such as collective cabinet, party government, politicized bureaucracy, and elitist parliament. Each seminar will focus on the presentation of a case study and an open discussion of whether it lives up to the Westminster ideal. The cases include the bushfire crisis, republic movement, political assassination, and gay marriage. The seminar will develop students’ ability to contrast the Westminster model against the Presidential and Consensus models, and critique the limitation of the elites’ perspective.

Literatur
Rhodes, R. A.W., John Wanna, and Patrick Weller. Comparing Westminster. Comparing Westminster, 2009. 

Wanna, John. “Australia’s Future as a ‘Westminster Democracy’ - Threats to Combat, Stark Choices to Make.” Australian Journal of Public Administration 73, no. 1 (2014)

 

Vertiefung Politik in Europa - Übungen

Vorlesungsübung Politisches System der Europäischen Union

Prof. Dr. Eva-Maria Trüdinger

Mo. 16:00 bis 18:00 c.t.  

 

The Regional Policy of the EU: Perceptions, Effects, and Political Contestation

Prof. Dr. Martin Gross

Mo. 12:00 bis 14:00 c.t.

The regional policy of the European Union (also known as cohesion policy) is one key element of the EU’s attempt to foster citizens’ identification with the EU. This policy targets regions and cities across the EU with the overall goal of improving citizens’ quality of life. Cohesion policy accounts for almost one-third of the total EU budget and the potentially financial benefits of EU structural funds should attract the attention of both political actors and the public. In this seminar, students will learn about different cohesion policy funds, citizens’ perceptions of EU regional policy, the effects of cohesion policy and how political actors at various layers of the EU multi-level system compete on the field of EU regional policy.

Literatur
Bache, I. 2008. Europeanization and Multilevel Governance. Cohesion Policy in the European Union and Britain. Lanham: Rowman & Littlefield Publishers, Inc.; Bachtler, J./Mendez, C./Wishlade, F. 2013: EU Cohesion Policy and European Integration. The Dynamics of EU Budget and Regional Policy Reform. Farnham: Ashgate; Bachtler, J./Berkowitz, P./Hardy, S./Muravska, T. (eds.) (2017): EU Cohesion Policy: Reassessing performance and direction. Milton Park: Routledge; Evans, A. 1999: The E.U. Structural Funds. Oxford: Oxford University Press; Leonardi, R. 2005: Cohesion Policy in the European Union: The Building of Europe. Houndmills, Basingstoke: Palgrave Macmillan; McCann, P. 2015: The regional and urban policy of the European Union: Cohesion, results-orientation and smart specialisation. Cheltenham and Northampton: Edward Elgar; Molle, W. 2007: European Cohesion Policy. Milton Park: Routledge; Piattoni, S./Polverari, L. (eds.) (2016): Handbook on Cohesion Policy in the EU. Cheltenham and Northampton: Edward Elgar.

 

Leadership im politischen System der EU

Dr. Jan Pollex

Mi. 12:00 bis 14:00 c.t.

Das Seminar geht der Frage nach, wer in der Europäischen Union wie politische Führung ausübt. Sind große und ökonomisch bedeutsame Mitgliedsländer eher in der Lage, ihre Ziele auf europäischer Ebene durchzusetzen als kleine Staaten? Oder ist vielleicht die Kommission als Agenda-Setterin in einer zentralen Rolle, politische Maßnahmen zu bestimmen? Das politische System der EU wird dabei zunächst als Rahmen verstanden, in dem unterschiedliche Akteure, bspw. supranationale Organe wie das Europäische Parlament oder die Kommission, und auch Mitgliedsländer auf unterschiedliche Arten leadership ausüben. Die Forschung zu diesem Thema konzentriert sich hierbei auf unterschiedlichen Typen und Techniken politischer Führung. So versuchen einige EU-Staaten ambitionierte nationale Regelungen auf EU-Ebene hochzuladen während andere eher als broker auftreten und zwischen unterschiedlichen Positionen vermitteln. Diese Prozesse zu analysieren, ist Ziel des Seminars. Hierzu werden zunächst die Grundlagen des politischen Systems der EU behandelt, bevor eine Intensive Befassung mit unterschiedlichen analytischen Perspektiven auf political leadership erfolgt. Im letzten Teil des Seminars werden dann Fälle behandelt, anhand derer Formen politischer Führung herausgearbeitet werden. Lernziel der Seminarübung ist es, grundlegende Kenntnisse zum europäischen Mehrebenensystem zu festigen (polity-Dimension) und analytische Perspektiven auf die Politikgestaltung in Europa (policy-Dimension) zu erwerben. Weiterhin ermöglichen die unterschiedlichen Ansätze zur Analyse politischer leadership auch die Integration einer politics-Dimension.

 

Institutionen, Akteure und Entscheidungsprozesse im EU-System

Johanna Schmidt-Jevtic

Do. 14:00 bis 16:00 c.t.

Diese Übung beschäftigt sich mit dem politischen System der Europäischen Union. Im ersten Teil wird der Integrationsprozess der Europäischen Union mit Bezug auf grundlegende Integrationstheorien skizziert. Ein zweiter Teil thematisiert die rechtlichen Grundlagen sowie die Institutionenstruktur der EU nach dem Vertrag von Lissabon. Insbesondere wird auf die verschiedenen Entscheidungsprozesse eingegangen und dabei die Rolle und der Einfluss der einzelnen Akteure analysiert. In einem dritten Teil sollen die verschiedenen Regierungsformen der EU beispielhaft anhand von Politikfeldern, die einen unterschiedlichen Grad an Supranationalität aufweisen, verdeutlicht werden. Ziel der Übung ist es, den Studenten ein Verständnis der komplexen Funktionsweise der Europäischen Union zu vermitteln.

Literatur
Knodt, Michele u. Andreas Corcaci, 2012: Europäische Integration. Anleitung zur theoriegeleiteten Analyse, Konstanz/München: UVK. Tömmel, Ingeborg, 2014: Das politische System der EU, 4., überarb. u. erw. Aufl., München: De Gruyter.

 

The European politics of Artificial Intelligence

Ryan Wong

Di. 12:00 bis 14:00 c.t.

Europe has been portrayed as the second runner up in the race of Artificial Intelligence. Sandwiched between China and the US, Europe lags behind technically but positions itself to lead ethically. Broadly, we will explore how AI trends may influence European politics, and how the political institutions seek to influence AI development. Our discussion will be grounded in contemporary cases on computational propaganda (e.g., Cambridge Analytica scandal), privacy rights (e.g., GDPR), militarized technology (e.g., drone weapon), civic engagement (e.g., donating data for public good) and data-driven policy-making (e.g., robot politician). We will deliberate on difficult questions about how Europe can position itself in the AI race? Is trustworthy and accountable AI possible? Will small-data AI resolve political concerns about privacy? Can we prevent social media from polarizing our views? Students will develop the ability of critically assessing the dilemmas of AI governance.

 

Übungen

Praktikabegleitung I 

Dr. Tanja Zinterer

Einzeltermine

 

Praktikabegleitung II

Dr. Tanja Zinterer

Einzeltermine

 

Bachelor- und Masterseminar

Prof. Dr. Martin Gross

Mi. 10:00 bis 12:00 s.t.

 

 


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