Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Dr. Sebastian Schindler ist Junior Researcher in Residence am CAS

15.06.2020

Sebastian SchindlerSebastian Schindler ist Akademischer Rat am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU München. Er hat Politikwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Soziologie in München, Paris und Minneapolis studiert und wurde 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit einer Arbeit zur Beziehung zwischen Erklärung und Anschuldigung ("Explanation and Allegation: Self-Interest in International Relations and in the UN Food Agency Fight") promoviert.

Sein Habilitationsprojekt befasst sich mit der Aufgabe von Kritik in Zeiten der post-faktischen Politik. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich gegenwärtig in der Gesellschaft eine bestimmte Form von pseudo-kritischem Denken verbreitet hat, das davon ausgeht, dass hinter Wahrheitsansprüchen und Faktendarstellungen in Wirklichkeit nur Interessen stehen. Eine angemessene Diagnose dieser Entwicklung macht es möglich, Antworten auf drei allgemeinere Fragen zu erarbeiten, nämlich

  1. worin die gegenwärtige Krise der Politik besteht,
  2. warum sie entstanden ist und
  3. wie man auf sie antworten sollte.

Nicht soziale Medien oder bestimmte politische bzw. ökonomische Interessen stehen im Zentrum seiner Krisendiagnose, sondern der Verlust der politischen Erfahrung des gemeinsamen Handelns in einer Zeit des entfesselten Wettbewerbs.

Während seiner Zeit als Junior Researcher in Residence am CAS untersucht Sebastian Schindler, was uns das Aufkommen der so genannten "post-faktischen Politik" über die Ursachen der gegenwärtigen Krise der Politik sagen kann. Er möchte dabei besonders die Verbindung zwischen post-faktischer Politik und der Entfesselung des Wettbewerbsdenkens in den Blick nehmen. In einer Zeit, in der potenziell alles Handeln als kompetitiv verstanden wird, nährt sich der Verdacht, dass hinter vorgeblich wohlwollenden Motivationen in Wirklichkeit Eigennutz und Eigeninteressen am Werk sind. So kommt es zu einer Verbreitung zynischer Glaubenssätze in der Gesellschaft, die den Nährboden für post-faktische Argumente bietet.


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