Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
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Sonderforschungsbereich 536 "Reflexive Modernisierung"

Das Geschwister-Scholl-Institut ist an folgenden drei Teilprojekten des SFB 536 der DFG beteiligt:

Strukturelle Gerechtigkeit

Projekt B 8

Projektbeginn: 01.07.2005

Leitung: Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (LMU München)

Bearbeitung: PD Dr. Martin Rechenauer

Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, eine philosophische Gerechtigkeitskonzeption zu entwickeln, die den kulturellen und sozialen Veränderungen der letzten Jahrzehnte gerecht wird ("reflexive Modernisierung"), ohne die normativen Fundamente des politischen und philosophischen Liberalismus Rationalität, Universalität und Individualismus aufzugeben. Das Projekt steht in der kontraktualistischen und egalitären Tradition, modifiziert diese aber sowohl hinsichtlich ihrer Rationalitätskonzeption, als auch hinsichtlich der Berücksichtigung kultureller und sozialer Differenzen. Dabei sollen strukturelle Elemente der Rationalität stärker als bisher  in der Tradition üblich berücksichtigt werden, mit der Absicht, einen Begriff komplexer Gleichheit als Grundlage von Gerechtigkeit zu erarbeiten.

Globalisierung und die Zukunft des Nationalstaats: Eine vergleichende Untersuchung zur reflexiven Modernisierung moderner Staatlichkeit

Projekt C 4

Phase 2 (2002-2005)

Leitung: Prof. Dr. Edgar Grande

Bearbeitung: Dr. Rainer Hülsse (bis 30.04.05), Dr. Robert Kaiser, Dipl. Sozialwiss. Markus König, Dipl. Pol. Patrick Pfister, Paul Sterzel, M.A.

Das Teilprojekt beabsichtigt, sich in der zweiten Projektphase auf die empirische Analyse der institutionellen Struktur und Funktionsweise neuer Formen des transnationalen Regierens zu konzentrieren. Dabei handelt es sich um horizontal und vertikal differenzierte Architekturen politischer Herrschaft, so genannte "transnationale Politikregime", in die nicht nur die Nationalstaaten, sondern auch verschiedene internationale Organisationen sowie zivilgesellschaftliche Akteure integriert sind. Im Mittelpunkt der Analysen sollen: (i) die Formen und Mechanismen der institutionellen Integration, (ii) die Rolle der Nationalstaaten und (iii) die Funktion, Organisationsbedingungen und Einflusschancen zivilgesellschaftlicher Akteure in diesen neuen Formen des transnationalen Regierens stehen. Geplant sind wie in der ersten Projektphase international und intersektoral vergleichende Untersuchungen, in deren Mittelpunkt drei Politikfelder stehen sollen: (i) die Steuerpolitik, (ii) die Umweltpolitik und (iii) die Forschungs- und Technologiepolitik.

Die theoretische Herausforderung für das Projekt besteht darin, die zu erfassenden neuen Formen transnationalen Regierens im Kontext reflexiver Modernisierung zu interpretieren. Dabei wird der Nationalstaat als eine der zentralen Basisinstitutionen der ersten Moderne und die ihn in der zweiten Moderne ergänzenden Institutionen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

Nationaler politischer Wandel in entgrenzten Räumen: Eine vergleichende Untersuchung zu den Auswirkungen der Globalisierung auf die nationale Politik

Projekt C5

Projektbeginn: 01.07.2002

Leitung: Prof. Dr. Edgar Grande (LMU München), Prof. Dr. Hanspeter Kriesi (Universität Zürich)

Bearbeitung: Dr. Martin Dolezal, Sven Hutter (ab 1.9.05), Dr. Nicolai Dose (bis 31.01.05), Dr. Tanja Zinterer (ab 1.2.05).

Das Teilprojekt C5 untersucht beispielhaft für den Bereich der gesellschaftlichen Globalisierung bzw. Denationalisierung die Re-Konfiguration gesellschaftlicher Konfliktlagen, ihre politische Artikulation und Re-Organisation in der Zweiten Moderne. Westeuropäische Gesellschaften, so die Leitthese unserer Untersuchung, erfahren den Prozess der Globalisierung als critical juncture, als einschneidende Entwicklung, wodurch politische Konfliktlagen fundamental verändert werden. Gegnerschaft bzw. Unterstützung des Prozesses der Öffnung, des Abbaus nationalstaatlicher Grenzziehungen, führen zu einer neuen Konfliktlinie, welche die bestehenden Parteien und Parteiensysteme unter erheblichen Anpassungsdruck setzt.

Das Projekt wird gemeinsam vom Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft der LMU München und der Abteilung Vergleichende Politik der Universität Zürich durchgeführt. Das Schweizer Teilprojekt wird vom Schweizer Nationalfonds finanziell gefördert.